Privatsphäre und Street-View
2. Juni 2008
(ZDNet, 26.05.08) “Wir haben derzeit noch keine konkrete Vorstellung davon, in welchen Städten und Ländern wir mit Street View starten werden”, erklärt Google-Sprecher Kay Oberbeck. Ein Starttermin stehe ebenfalls noch nicht fest. “In bestimmten deutschen Städten sind zu Testzwecken aber bereits Aufnahmen gemacht worden.”
Datenschützer sehen das Google-Maps-Feature kritisch. Der Dienst stelle “einen weiteren Mosaikstein dar, der es ermögliche, die Privatsphäre der Bürger einzuschränken”, sagt beispielsweise Rena Tangens, Vorstand des Vereins zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD). Prinzipiell sei die Funktion zwar ein “nettes Spielzeug”, man müsse sich jedoch auch über die damit verbundenen Gefahren im Klaren sein.
Bereits Anfang März hatte Google mit Street View für Schlagzeilen in den USA gesorgt. Das US-Verteidigungsministerium hatte dem Suchmaschinenbetreiber Filmaufnahmen auf US-Militärbasen verboten. Anlass war die Veröffentlichung detaillierter Bilder eines Armeestützpunktes im US-Bundesstaat Texas auf Google Maps. Insbesondere die über das Street-View-Feature leicht zugänglichen Videoaufnahmen des Militärgeländes stellten eine “potenzielle Sicherheitsbedrohung” dar, hieß es damals aus dem Pentagon.

